Wer in München arbeitet, kann zwischen 14 verschiedenen Sharing-Anbietern wählen. In Leipzig sind es fünf. Das zeigt eine Auswertung der IFA Berlin, die das Angebot an Carsharing, Leihrädern, E-Scootern und E-Mopeds in den 20 größten Städten Deutschlands verglichen hat. Gezählt wurde die Zahl der Anbieter, nicht die der Fahrzeuge. Für Unternehmen mit mehreren Standorten ist das trotzdem ein nützlicher Hinweis: Wie gut ein Mobilitätsangebot für Mitarbeitende funktioniert, hängt stark davon ab, was vor Ort verfügbar ist.
An der Spitze der Auswertung steht München mit 14 Sharing-Anbietern, gefolgt von Hamburg mit 13. Berlin, Köln und Bonn kommen auf jeweils 12 Anbieter, Dortmund und Stuttgart auf 11. Am anderen Ende liegt Leipzig mit fünf Angeboten; Mannheim, Bremen und Bielefeld kommen auf sechs, Nürnberg, Wuppertal und Dresden auf sieben.
Die Zahl der Anbieter sagt allerdings nur etwas über die Auswahl aus, nicht über die Verfügbarkeit. Ein einziger großer Anbieter mit dichtem Netz kann einer Stadt mehr bringen als fünf kleine mit begrenztem Geschäftsgebiet.
Carsharing ist laut der Auswertung die Kategorie mit den meisten Anbietern: 19 Unternehmen sind in den 20 Städten aktiv. Flächendeckend vertreten ist nur Flinkster, das Angebot der Deutschen Bahn, das in allen 20 Städten verfügbar ist. Miles und cambio folgen mit je neun Städten, Free2Move und stadtmobil mit je sieben. Die größte Auswahl haben München, Berlin und Hamburg mit jeweils sechs Carsharing-Anbietern.
Noch aussagekräftiger ist die Zahl der Fahrzeuge. Der Bundesverband Carsharing zählte zum Jahresbeginn 2026 bundesweit 43.190 Carsharing-Fahrzeuge, gut ein Fünftel davon elektrisch. Im Städteranking des Verbands, das die Fahrzeuge je 1.000 Einwohner:innen vergleicht, liegt Karlsruhe deutlich vor München und Hamburg. Die Stadt taucht in der IFA-Auswertung gar nicht auf, weil sie nicht zu den 20 größten Städten gehört.
Beim Bikesharing sind acht Anbieter aktiv. Am weitesten verbreitet ist nextbike mit Angeboten in zwölf Städten, oft unter lokalem Namen. Danach folgen Lime mit acht Städten und Call a Bike mit sechs. München und Berlin haben mit je fünf Anbietern die größte Auswahl, in zwölf der 20 Städte gibt es dagegen nur ein einziges Leihradsystem.
E-Scooter sind dagegen fast überall verfügbar, und zwar von denselben wenigen Unternehmen: Voi ist in 18 der 20 Städte aktiv, Dott in 17, Bolt und Lime in je 16. Beim E-Moped-Sharing ist die Auswahl am kleinsten. emmy gibt es nur in Berlin, Hamburg und München; in Bonn und Stuttgart sind lokale Anbieter aktiv.
Für Unternehmen mit einem Standort in München oder Hamburg ist Shared Mobility eine echte Alternative für Dienstwege oder für den Arbeitsweg der Mitarbeitenden. An Standorten mit wenigen Angeboten sieht das anders aus. Eine Mobilitätsleistung, die nur bestimmte Anbieter abdeckt, läuft dort ins Leere. Flexibler ist da ein Mobilitätsbudget, das an kein bestimmtes Angebot gebunden ist und auch das Deutschlandticket oder ein Dienstrad-Leasing abdeckt.
Die IFA-Analyse liefert einen schnellen Überblick, aber keine vollständige Bewertung. Sie zählt Anbieter, keine Fahrzeuge, Bediengebiete oder Preise, und nennt weder Stichtag noch Methodik. Taxi, Ridepooling und ÖPNV sind nicht enthalten. Wer für seinen Unternehmensstandort ein Mobilitätsbudget plant, sollte deshalb prüfen, welche Anbieter tatsächlich bis zum Firmengelände und in die Wohnorte der Mitarbeitenden fahren.
Quellen: IFA Berlin, „Sharing-Analyse: Diese Städte bieten die größte Anbietervielfalt" (April 2026); Bundesverband Carsharing e.V., Carsharing-Statistik 2026 und Jahresbericht 2024/2025.
