
Zuletzt aktualisiert am 02.10.2026
Das Deutschlandticket wird teurer: Ab dem 1. Januar 2027 wird das beliebte ÖPNV-Ticket 66,80 Euro im Monat kosten, 3,80 Euro mehr als bisher. Der Preis für das Deutschlandticket als Jobticket erhöht sich entsprechend von 59,85 auf 63,46 Euro. Für Arbeitgeber erhöht sich dadurch der Mindestzuschuss auf 16,70 Euro pro Person und Monat, Mitarbeitende zahlen so höchstens 46,76 Euro.
Das Deutschlandticket kostet ab dem Januar 66,80 Euro im Monat. Beschlossen hat das der Koordinierungsrat Deutschlandticket am 30. September 2026. In dem Gremium sitzen Vertreter:innen von Bund und Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und der Verkehrswirtschaft. Verkündet hat den Preis das bayerische Verkehrsministerium, das derzeit den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz innehat.
Es ist die dritte Erhöhung seit dem Start des Tickets im Mai 2023. Gegenüber dem Einführungspreis von 49 Euro wird das Ticket damit rund 36 Prozent mehr kosten. Wer es das ganze Jahr nutzt, zahlt 2027 insgesamt 801,60 Euro.
Prozentual fällt die Erhöhung 2027 damit geringer aus als die beiden vorherigen.
Der Preis für 2027 ist der erste, den ein Preisindex bestimmt. Die Verkehrsministerkonferenz hatte das Verfahren im März 2026 beschlossen, um den jährlichen politischen Streit über die Finanzierung zu beenden.
Die Berechnung übernahm D-Tix, das eigens für das Deutschlandticket gegründete Unternehmen. Der Koordinierungsrat hat das Ergebnis anschließend beraten und beschlossen.
Der Index bildet ab, wie sich Personal-, Energie- und sonstige Betriebskosten im Nahverkehr entwickeln. Ein zweiter Faktor berücksichtigt, dass Bund und Länder ihre Ausgleichszahlungen von je 1,5 Milliarden Euro im Jahr bis 2030 nicht erhöhen. Kostensteigerungen schlagen deshalb stärker auf den Ticketpreis durch, als sie tatsächlich ausfallen.
Die Prognosen vorab lagen bei 66,40 bis 66,80 Euro. Der obere Wert, den das Data-Team des WDR wegen der Dieselpreisentwicklung errechnet hatte, hat sich bestätigt.
Das Deutschlandticket als Jobticket kostet ab Januar 63,46 Euro. Ausgangspunkt ist der reguläre Ticketpreis, der sogenannte Ausgabepreis. Darauf gewähren die Verkehrsunternehmen 5 Prozent Rabatt, sofern der Arbeitgeber mindestens 25 Prozent des Ausgabepreises bezuschusst.
Beim Mindestzuschuss steigen die Kosten für Arbeitgeber um 11,40 Euro pro Person und Jahr. Bei 1.000 teilnehmenden Mitarbeitenden sind das 11.400 Euro. Wer das Jobticket vollständig übernimmt, zahlt 3,61 Euro mehr im Monat, bei 1.000 Teilnehmenden also rund 43.320 Euro im Jahr.
Steuerlich ändert sich nichts. Der Arbeitgeberzuschuss bleibt nach § 3 Nr. 15 EStG steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn er zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt wird. Der steuerfreie Betrag wird allerdings auf die Entfernungspauschale der Mitarbeitenden angerechnet. Alternativ kann der Arbeitgeber den Zuschuss nach § 40 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG pauschal mit 25 Prozent versteuern, dann entfällt die Anrechnung. Mehr dazu in unserem Überblick zum Deutschlandticket als Jobticket.
Unternehmen, die einen festen Eurobetrag statt eines Prozentsatzes zuschießen, sollten zuerst ihre Zuschusshöhe prüfen. Ein Zuschuss von 15,75 Euro entsprach 2026 genau 25 Prozent. Ab 2027 sind das nur noch 23,6 Prozent des Ausgabepreises, damit entfällt der Jobticket-Rabatt. Der Zuschuss muss mindestens auf 16,70 Euro steigen.
Ebenso gehört der neue Preis in die Budgetplanung für 2027 und, wo Beträge festgeschrieben sind, in Richtlinien oder Betriebsvereinbarungen. Beschäftigte sollten außerdem frühzeitig informiert werden.
Der Preis für das Deutschlandticket wird künftig jedes Jahr bis zum 30. September für das Folgejahr festgelegt. Das gibt Unternehmen einen festen Termin, der früh genug für die meisten Budgetprozesse liegt.
Ab 2028 kommt ein Dämpfungsfaktor hinzu, der höhere Verkaufszahlen mit geringeren Preissteigerungen honoriert. Eine Preissenkung sieht der Index jedoch nicht vor. Fällt er negativ aus, bleibt der Preis unverändert, und die rechnerische Ersparnis dämpft die nächste Erhöhung.
