Mobilitätsbudget 2024: Wie hoch sollte es sein?

Mitarbeitende wünschen sich für 2024 mehr Flexibilität, nicht nur was den Arbeitsort und die Arbeitszeiten angeht, sondern auch in Bezug auf ihre Mobilität. In Zeiten von steigenden Energiepreisen, Klimakrise und gesteigertem Nachhaltigkeitsbewusstsein fordern viele Menschen auch mehr nachhaltige Mobilitätsangebote. Ein Trend in 2024: Flexible Mobilitätsbudgets werden zum attraktiven Benefit für Mitarbeitende. Unternehmen entdecken Mobilität jenseits von Dienstwagen sowie Jobticket und entscheiden sich für ein Mobilitätsbudget als Alternative oder Ergänzung. Das bietet Beschäftigten Flexibilität bei der Auswahl ihrer Transportmittel, wie beispielsweise öffentlicher Verkehr, Carsharing, Fahrräder oder Tank- und Ladekarten. Doch wie hoch sollte ein Mobilitätsbudget für Mitarbeitende sein?

Inhalt

  1. Mobilitätsbudget - Mobilitätsmanagement der Zukunft
  2. Für wen ist ein Mobilitätsbudget geeignet?
  3. Wie sollte ein Mobilitätsbudget gestaltet sein?
  4. Wie wird das Mobilitätsbudget versteuert?
  5. Wie hoch sollte ein Mobilitätsbudget sein?
  6. Mobilitätsbudget oder Dienstwagen?
  7. So gelingt die Einführung im Unternehmen

Mobilitätsbudget - Mobilitätsmanagement der Zukunft

Das Mobilitätsbudget gewinnt zunehmend an Bedeutung als zukunftsweisendes Mobilitätsmanagement in Unternehmen. Es ermöglicht Mitarbeitenden eine flexible Auswahl verschiedener Verkehrsmittel und trägt dazu bei, umweltfreundlichere Transportoptionen zu fördern.

Ein Mobilitätsbudget thematisiert die Veränderungen in den Bedürfnissen von Mitarbeitenden im Kontext sich wandelnder Arbeitswelten. Unternehmen und ihre Mitarbeitenden möchten verstärkt zum Klimaschutz beitragen, wodurch traditionelle Firmenwagen als Statussymbole an Attraktivität verlieren. Laut einer SAP-Concur-Studie findet der Firmenwagen für 40% der Befragten keine Zustimmung mehr, während etwa 50% mehr Flexibilität bei der Verkehrsmittelauswahl bevorzugen.

Für wen ist ein Mobilitätsbudget geeignet?

Das Mobilitätsbudget eignet sich besonders für Mitarbeitende, die regelmäßig mobil sind und unterschiedliche Verkehrsmittel für ihren Arbeitsweg nutzen. Dies schließt Pendelnde, Vielreisende und städtisch lebende Arbeitnehmende ein, die von der Vielfalt und Flexibilität alternativer Mobilitätslösungen profitieren können.

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Die Vorteile für Arbeitgeber umfassen höhere Mitarbeiterbindung und Motivation, ein positives Unternehmensimage als umweltbewusster Arbeitgeber, potenzielle Kosteneinsparungen bei Parkplätzen und Reisen sowie mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung und der Erreichbarkeit von Kunden.

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Wie sollte ein Mobilitätsbudget gestaltet sein?

Ein effektives Mobilitätsbudget sollte flexibel sein, den Bedürfnissen der Mitarbeitenden entsprechen und dabei eine breite Palette von Mobilitätsformen abdecken. Eine klare Mobility Policy legt dabei die Bedingungen und Einschränkungen für die Nutzung des Budgets fest. Dies beinhaltet Mobilitätsauswahl, Nutzungsregeln, Nutzergruppen, Steuerregelungen und die Höhe des Budgets.

Wie wird das Mobilitätsbudget versteuert?

Grundsätzlich unterliegt es wie Gehalt oder andere geldwerte Vorteile der Versteuerung. Eine frühzeitige Abstimmung mit einem Steuerberater oder der zuständigen Behörde (Stichwort Anrufungsauskunft) ist wichtig, um die genauen steuerlichen Regelungen zu kennen. Mobilitätsbudget-Anbieter können hierbei fachkundig unterstützen.

Die Besteuerung von Mobilitätsbudgets beinhaltet verschiedene Überlegungen, wobei bestimmte Mobilitätsoptionen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer steuerfrei sind. Beispiele hierfür sind Tickets für den öffentlichen Nahverkehr und die Bereitstellung von Dienstfahrrädern. Dieser Artikel erläutert ausführlich unterschiedliche steuerliche Auswirkungen, darunter den Sachbezug oder die Abführung einer pauschalen Lohnsteuer von 15% durch den Arbeitgeber auf bestimmte Leistungen.

Wie hoch sollte ein Mobilitätsbudget sein?

Zunächst gilt, dass die Höhe des Mobilitätsbudgets individuell zwischen Unternehmen und Mitarbeitenden verhandelt werden kann, ohne spezifische gesetzliche Anforderungen oder Mindestbeträge. In der Regel setzen Unternehmen Budgets zwischen 100 und 300 Euro pro Monat pro Mitarbeitende fest, aber der tatsächliche Betrag hängt von Faktoren wie der Unternehmensgröße und -struktur, der Anzahl der Mitarbeitenden und der Branche ab. Außerdem spielen die individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Mitarbeitenden eine zentrale Rolle. Viele Unternehmen setzen das Mobilitätsbudget auf etwa 1-2 Prozent des Brutto-Jahresgehalts eines Mitarbeitenden an, um eine angemessene Kostendeckung der Mobilität zu gewährleisten.

Die Höhe des Mobilitätsbudgets variiert je nach Arbeitgeber, basierend auf Beschäftigungsgrad und Bedarf. Unternehmen können sich durch die Einführung eines Mobilitätsbudgets im Wettbewerb um Fachkräfte differenzieren, auch die Höhe des Budgets spielt hier eine wichtige Rolle.

Steuerlich attraktiv ist die Gewährung eines Mobilitätsbudgets in Höhe von 50 Euro. Denn bis zu einem Betrag von 50 Euro kann das Mobilitätsbudget über den Sachbezug abgerechnet werden und ist somit steuerfrei. Beträge, die darüber hinausgehen, werden pauschal mit 30 Prozent versteuert.

Faktoren, die die Höhe des Mobilitätsbudgets beeinflussen:

  • Steuerrechtliche Vorteile, z.B. steuerfreier 50 Euro Sachbezug
  • Unternehmensgröße- und struktur
  • Unternehmensstandort
  • Mitarbeiteranzahl
  • Branche
  • Vergütungslevel
  • Joblevel / Seniorität
  • Individuelle Mobilitätsbedürfnisse

Beispielrechnung: 50€ Mobilitätsbudget als Sachbezug im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung

Ergebnis: Arbeitgeber können jährlich 353,04€ pro Mitarbeiter sparen.

Bruttogehalt (vorher) Klassische Gehaltserhöhung Erhöhung mit Mobilitätsbudget
Bruttogehalt 4.000,00€ 4.077,15€ 4.000,00€
Arbeitgeberkosten 4.815,20€ 4.894,62€ 4.865,20€
Mobilitätsbudget 0,00€ 0,00€ 50,00€
Nettogehalt Arbeitnehmer 2.604,80€ 2.654,80€ 2.654,80€

(Annahmen: Bruttogehalt von 4.000€, Steuerklasse 1, keine Kinder, keine Kirchensteuer, Bundesland: Bayern, Kalenderjahr 2024)

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Mobilitätsbudget oder Dienstwagen?

Ein Mobilitätsbudget bietet im Vergleich zum klassischen Dienstwagen diverse Vorteile. Es ermöglicht Mitarbeitenden mehr Flexibilität bei der Wahl ihres Verkehrsmittels, fördert umweltfreundliche Mobilität und kann kosteneffizienter sein.Das Mobilitätsbudget kann für alle Mitarbeitenden attraktive Möglichkeiten bieten. Für Dienstwagenberechtigte kann hier ein Anreiz geschaffen werden, den Dienstwagen

  1. zu verkleinern (Downsizing),
  2. ihn zu elektrifizieren (z. B. Budget für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes),
  3. ihn effizienter zu nutzen oder
  4. ihn sogar ganz abzuschaffen.

Für Beschäftigte ohne Dienstwagenanspruch besteht die Möglichkeit, das bereitgestellte Mobilitätsbudget im Rahmen der individuellen Mobilität oder für den Arbeitsweg einzusetzen. Mitarbeitenden können bei der Nutzung des Mobilitätsbudgets von Steuereinsparungen profitieren, den beispielsweise ist der ÖPNV steuerfrei.

Mobilitätsbudgets wie hoch? Beispiel “Dienstwagen-Downsizing”

Mitarbeitende, die einen Dienstwagen bekommen, müssen ihn nicht gleich aufgeben. Auch lassen sich je nach Firmenstruktur nicht alle Firmenwagen durch ein Mobilitätsbudget ersetzen. Ein Mobilitätsbudget kann hier als Ergänzung des Dienstwagens agieren. Hierdurch haben Mitarbeitende die Möglichkeit, sich für ein kleineres, effizienteres und günstigeres Fahrzeug – beispielsweise ein Elektrofahrzeug – zu entscheiden und im Gegenzug ein zusätzliches Mobilitätsbudget zu erhalten, das der Höhe des eingesparten Betrags entspricht. Diese Praxis wird oft als Downsizing bezeichnet. Dabei wird der Dienstwagen durch ein kleineres und kostengünstigeres Modell ersetzt, während das Mobilitätsbudget für zusätzliche Flexibilität sorgt. Dies ermöglicht es Unternehmen, Kosten zu senken, ohne auf die Vorteile eines Dienstwagens ganz zu verzichten.

Mobilitätsbudget wie hoch? Beispiel “Dienstwagen-Ersatz”

Wenn die Voraussetzungen im Unternehmen stimmen, das Dienstwagen-Angebot durch ein Mobilitätsbudget zu ersetzen, sollten die Rahmenbedingungen abgesteckt werden. Sinnvoll ist es, dies in der bestehenden Car-Policy oder in einer neuformulierten umfassenderen Mobility-Policy festzuschreiben: Wer kann es für welche Fahrten in Anspruch nehmen und in welcher Höhe?

Bei dienstwagenberechtigten Mitarbeitenden kann die Referenzrate des ihnen zustehenden Fahrzeugs als Ausgangspunkt herangezogen werden. Will das Unternehmen mit dem Mobilitätsbudget Einsparungen erreichen, lässt sich die Summe auch unterhalb der Referenzrate ansetzen. In welchen Stufen es angeboten wird, hängt davon ab, wie viele Mitarbeitende davon profitieren sollen beziehungsweise damit motiviert werden sollen, mit alternativen Verkehrsmitteln als dem Auto zum Arbeitsplatz zu gelangen. Somit lassen sich mehr Mitarbeitende als nur die erreichen, die für einen Dienstwagen berechtigt sind. Das steuert die Unternehmensmobilität und die Klimabilanz.

Darüber hinaus sollten Unternehmen klären, wie mit Restbeträgen, die am Monatsende übrig bleiben, umgegangen wird. Dafür gibt es ebenfalls verschiedene Szenarien, die eine Firma durchspielen sollte, um die bestmögliche Lösung zu erhalten. Zum einen kann die private Nutzung von Restbeträgen gestattet werden, um einen besonders sparsamen Umgang mit Mobilität zu belohnen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das nicht verbrauchte Budget in ausgewählte Nachhaltigkeitsprojekte zu investieren.

So gelingt die Einführung im Unternehmen

Damit die Einführung eines Mobilitätsbudgets erfolgreich verläuft, bedarf es einer sorgfältigen Planung und Kommunikation. Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden transparent über die Vorteile informieren und eventuelle Bedenken adressieren. Zudem ist die individuelle Festlegung des Budgets, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Mitarbeitenden, entscheidend. Die Integration in betriebliche Abläufe und die Bereitstellung geeigneter Plattformen oder Tools für eine einfache Verwaltung sind ebenfalls erfolgskritische Faktoren.

Dieser 10-Schritte-Leitfaden gibt praxisnahe Tipps für eine reibungslose Umsetzung im Unternehmen.

Das Mobilitätsbudget befindet sich im Entwurf des Jahressteuergesetz 2024.

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Stefan Wendering
Stefan ist Freelance Autor und Redakteur bei NAVIT. Zuvor arbeitete er bereits für Start-ups und im Mobilitätskosmos. Er ist ein Experte für urbane und nachhaltige Mobilität, Mitarbeiter-Benefits und New Work. Neben Blog-Inhalten erstellt er auch Marketingmaterialien, Taglines & Content für Websites und Fallstudien.

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