
Mit 63 Euro im Monat ist das Deutschlandticket in den meisten deutschen Großstädten inzwischen das günstigste Abo für Bus und Bahn, und es gilt bundesweit. Nur in wenigen Städten fahren Pendler:innen mit einer örtlichen Monatskarte noch günstiger. Ein Überblick mit den Preisen 2026 und einem Ausblick auf 2027.
Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026
Als das Deutschlandticket im Mai 2023 für 49 Euro startete, sparten Pendler:innen gegenüber den lokalen Monatskarten oft mehrere Dutzend Euro im Monat. Inzwischen kostet es 63 Euro, und viele Verkehrsverbünde haben ihr eigenes Angebot ausgedünnt. Trotzdem bleibt das Deutschlandticket oftmals die günstigste Wahl: Laut dem Nahverkehrs-Ranking 2026 von testberichte.de, das die Tarife in 42 Städten verglichen hat, ist es in 36 dieser Städte das günstigste Monatsabo für Erwachsene. Das gilt etwa für Köln, Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Leipzig, Dresden, Hannover, Bremen und die Städte im Ruhrgebiet.
Noch deutlicher fällt der Vergleich mit Monatskarten ohne Abo aus. In Berlin kostet die VBB-Umweltkarte für den Tarifbereich AB als einzelne Monatskarte 113 Euro, im Abo 81,30 Euro. Wer in Berlin ein Abo braucht, fährt mit dem Deutschlandticket also rund 18 Euro günstiger und kann es zudem bundesweit nutzen. In Hamburg gibt es für das Stadtgebiet gar keine klassische Monatskarte mehr; die Monatskarte für das gesamte hvv-Netz kostet 83 Euro, also 20 Euro mehr als das Deutschlandticket.
In sechs der untersuchten Städte bieten die Verkehrsbetriebe ein Abo an, das unter dem Preis des Deutschlandtickets liegt:
Wer ausschließlich in einer dieser Städte unterwegs ist, spart mit dem lokalen Abo also Geld. Gerade in München und Halle ist der Abstand aber so gering, dass das Deutschlandticket für alle interessant bleibt, die gelegentlich ins Umland oder in andere Städte fahren.
Nicht jede:r fährt täglich mit Bus und Bahn. Wer viel im Homeoffice arbeitet oder den Nahverkehr nur gelegentlich nutzt, zahlt mit Einzeltickets oft weniger als mit einem Monatsabo, auch wenn die Preise zuletzt gestiegen sind. Eine einfache Fahrt im Stadtgebiet kostet in den 42 untersuchten Städten im Schnitt 3,65 Euro, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Am teuersten ist sie in München und Augsburg mit 4,20 Euro, am günstigsten in Schwerin mit 2,70 Euro. Bei Tageskarten reicht die Spanne von 5,40 Euro in Schwerin bis 11,20 Euro in Berlin.
In den meisten Großstädten lohnt sich ein Monatsabo ab etwa 16 bis 19 Einzelfahrten im Monat, also ab acht bis zehn Tagen mit Hin- und Rückfahrt:
Viele Verkehrsbetriebe gewähren beim Kauf per App oder online zusätzlich Rabatte, in Hamburg etwa 7 Prozent auf Einzel- und Tagestickets. In Nordrhein-Westfalen wird mit eezy.nrw nach Luftlinie abgerechnet, mit einem Monatsdeckel beim Preis des Deutschlandtickets. Ein solches Modell bundesweit einzuführen, wird derzeit als „Deutschlandticket light“ diskutiert.
Auch wo sie teurer sind, bieten klassische Monatskarten Vorteile, die das Deutschlandticket nicht hat. Viele sind übertragbar und können also auch von anderen Personen genutzt werden. Häufig erlauben sie abends und am Wochenende die kostenlose Mitnahme eines weiteren Erwachsenen und von Kindern, so etwa die VBB-Umweltkarte in Berlin. Zudem gelten Monatskarten ohne Abo oft ab einem frei wählbaren Tag, während das Deutschlandticket immer für einen Kalendermonat gilt. Manche Verkehrsbetriebe bieten für das Deutschlandticket inzwischen eigene Zusatzkarten für die Mitnahme an.
Ab dem 1. Januar 2027 kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro im Monat. Auch viele örtliche Tarife steigen: In Berlin wird die VBB-Umweltkarte AB im Abo 84,30 Euro kosten, in München die Monatskarte für die Zone M 74,80 Euro statt 71,40 Euro. Wie sich das Verhältnis in den sechs Städten mit günstigerem Abo entwickelt, hängt von deren Preisrunden zum Jahreswechsel ab. Ein Blick auf die Preise lohnt sich deshalb Anfang 2027 erneut.
Für Unternehmen ist das Deutschlandticket als Jobticket noch attraktiver: Zahlt der Arbeitgeber mindestens 25 Prozent zu, sinkt der Preis um 5 Prozent auf 59,85 Euro im Monat, ab 2027 auf 63,46 Euro. Damit ist es auch in Städten wie München oder Halle konkurrenzfähig mit dem lokalen Abo und gilt zusätzlich an allen anderen Standorten deutschlandweit. Gerade für Unternehmen mit mehreren Standorten ist das ein Vorteil, weil sie nicht für jede Stadt ein eigenes Jobticket verhandeln müssen.
