Firmenwagen-Benefit im Wandel: Was die neueste WTW-Studie zeigt

Der Firmenwagen bleibt in Deutschland eines der wichtigsten Vergütungselemente. 83 Prozent der Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden ein Car Benefit an, im europäischen Durchschnitt sind es 72 Prozent. Das zeigt die International Car Policy Survey 2026 der Beratung WTW, an der weltweit 9.688 Unternehmen aus 75 Ländern teilgenommen haben, darunter 359 aus Deutschland. Die Studie zeigt aber auch, dass sich die Art verändert, wie Unternehmen den Dienstwagen anbieten: mit mehr Wahlfreiheit, höheren Kosten und einem breiteren Mobilitätsangebot daneben.

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Wahlfreiheit wird zum Standard, der Firmenwagen bleibt Favorit

Die deutlichste Veränderung betrifft die Wahlmöglichkeit. Bereits 46 Prozent der deutschen Unternehmen lassen ihre Mitarbeitenden zwischen Firmenwagen und einer Geldlösung wählen, etwa einer Fahrzeugpauschale oder einem Mobilitätsbudget. Europaweit tun das nur 29 Prozent. Deutschland ist damit Vorreiter bei flexiblen Car Benefits.

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Den Firmenwagen verdrängt das bislang nicht: Wer wählen kann, entscheidet sich im Median nur in 15 Prozent der Fälle für das Geld. Entscheidend ist also weniger, wie viele die Wahl nutzen, als dass es sie gibt.

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Bemerkenswert ist auch, wie unterschiedlich Unternehmen den Anspruch auf einen Dienstwagen begründen. Bei Führungskräften ist er laut WTW in rund neun von zehn Unternehmen an Position und Status gebunden, im Vertrieb in über 90 Prozent an die Anforderungen der Tätigkeit. Zwei Logiken in einem Unternehmen brauchen klare Regeln, damit sie für die Belegschaft nachvollziehbar bleiben.

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Leasingkosten steigen, viele Unternehmen prüfen ihre Car Policy

Die Umfrage unter den Unternehmen zeigt eine zweite relevante Entwicklung: Firmenwagen sind zuletzt spürbar teurer geworden. Die monatlichen Leasingkosten liegen laut Studie im Median mittlerweile bei 1.000 Euro für Führungskräfte, bei 850 Euro im mittleren Management und bei 743 bis 795 Euro für Vertriebsmitarbeitende. Finanziert werden deren Firmenwagen überwiegend über sogenanntes „Contract Hire mit Wartung“, dabei handelt es sich um Leasing-Verträge, bei denen das Fahrzeug nicht dem Unternehmen gehört. 81 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen diese Finanzierungsform. in Europa sind es 75 Prozent. Kauf und Finanzierungsleasing spielen mit 18 beziehungsweise 17 Prozent eher eine Nebenrolle. Welche Leasingmodelle es gibt und worauf es beim Vertrag ankommt, zeigt unser Beitrag zum Firmenwagen-Leasing.

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Die Kostenentwicklung erhöht den Handlungsdruck: 60 Prozent der deutschen Unternehmen wollen ihre Car-Benefit-Policy in den nächsten zwölf Monaten überprüfen, europaweit sind es 44 Prozent. Für viele ist das zugleich der Anlass, die gesamte Mobilitätsstrategie neu aufzustellen.

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Auto-Abo als flexible Ergänzung zum Leasing

Interessant ist in diesem Zusammenhang das Trendthema Auto-Abo. Zwar taucht es in der WTW-Studie nicht als eigene Kategorie auf, angesichts steigender Leasingraten gewinnt es aber an Bedeutung. Anders als ein Leasingvertrag, der meist über mehrere Jahre läuft, lässt sich ein Auto-Abo oft schon nach wenigen Monaten beenden, und Versicherung, Wartung und Kfz-Steuer sind in der Monatsrate enthalten. Das passt zu Unternehmen, die ihre Car Policy gerade überprüfen und sich nicht langfristig binden wollen.

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Besonders interessant ist das Auto-Abo als Benefit über Gehaltsumwandlung. Mitarbeitende zahlen hierbei die Rate aus ihrem Bruttogehalt und finanzieren das Fahrzeug damit selbst. Je nach Fahrzeug und persönlicher Situation kann sich das gegenüber einem privat abgeschlossenen Abo lohnen, vor allem bei Elektroautos, deren private Nutzung steuerlich begünstigt ist.

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Elektromobilität: gute Ladeangebote, wenig Steuerung

Was die Elektromobilität angeht, ergibt sich in Deutschland ein gemischtes Bild: Einerseits sind deutsche Unternehmen bei der Ladeinfrastruktur gut aufgestellt. Ganze 81 Prozent übernehmen Ladekosten unterwegs (Europa: 77 Prozent), etwa durch das Bereitstellen von Ladekarten, immerhin noch 68 Prozent zahlen den Strom beim Laden zu Hause (Europa: 62 Prozent), und 65 Prozent bieten Ladepunkte am Arbeitsplatz (Europa: 67 Prozent).

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Bei der Steuerung der Fahrzeugauswahl hinkt Deutschland dagegen hinterher. Nur 36 Prozent der Unternehmen haben eine CO₂-Obergrenze für Dienstwagen eingeführt, europaweit sind es 48 Prozent. Immerhin wenden laut WTW 70 Prozent dieselbe Kostengrenze für Elektro- und Verbrennerfahrzeuge an, möglich etwa über eine E-Car-Policy.

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Firmenwagen-Benefit im Wandel: Alternativen wie Dienstrad oder Mobilitätsbudget werden immer relevanter

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Mobilität jenseits des Autos gewinnt an Gewicht

Neben dem Firmenwagen bauen deutsche Unternehmen ihr Mobilitätsangebot deutlich stärker aus als ihre europäischen Nachbarn. 28 Prozent bieten Dienstwagenberechtigten zusätzlich einen ÖPNV-Zuschuss an (Europa: 19 Prozent), 23 Prozent fördern Fahrräder und 20 Prozent E-Bikes, beispielsweise über ein Dienstrad-Leasing, während es in Europa jeweils nur 4 bis 5 Prozent sind. Auch Mitarbeitende ohne Dienstwagen profitieren: 30 Prozent von ihnen erhalten einen ÖPNV-Zuschuss (Europa: 19 Prozent), 16 Prozent ein gefördertes Fahrrad (Europa: 4 Prozent).

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Die Studienzahlen deuten auf einen strategischen Wandel des betrieblichen Mobilitätsansatzes hin. Zwar bleibt der Firmenwagen vorerst weiterhin das Kernstück, wird aber zunehmend Teil eines Gesamtpaketes, das unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse abdeckt, gerade in Städten, in denen ein eigenes Auto wenig praktisch ist.

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Was Unternehmen aus der Studie mitnehmen können

Die geplanten Policy-Reviews sind eine gute Gelegenheit, mehr als nur Fahrzeugklassen und Budgets anzupassen. Drei Fragen sollten dabei auf den Tisch: Nach welchen Kriterien wird der Dienstwagen vergeben, und sind sie für alle nachvollziehbar? Welche Alternative erhalten Mitarbeitende, die keinen Dienstwagen brauchen oder wollen? Und wie wird die Fahrzeugauswahl so gesteuert, dass Kosten und Emissionen sinken?

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Eine Antwort auf die zweite Frage kann ein Mobilitätsbudget sein, das als Alternative zum Dienstwagen oder ergänzend dazu angeboten wird, eine andere ein Auto-Abo über Gehaltsumwandlung. Beide Modelle erweitern das Angebot über den klassischen Dienstwagen hinaus und lassen sich gezielt für die Gruppen einsetzen, für die ein Firmenwagen nicht passt.

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Quellen: WTW, Pressemitteilung „Firmenwagen in Deutschland: Unverzichtbar, aber im Wandel" (23. Juli 2026); Personalwirtschaft, Gastbeitrag von Andrew Planhof (WTW), 26. Oktober 2026; Autoflotte (24. Juli 2026).

Stefan Wendering
Stefan ist Freelance Autor und Redakteur bei NAVIT. Zuvor arbeitete er bereits für Start-ups und im Mobilitätskosmos. Er ist ein Experte für urbane und nachhaltige Mobilität, Mitarbeiter-Benefits und New Work. Neben Blog-Inhalten erstellt er auch Marketingmaterialien, Taglines & Content für Websites und Fallstudien.

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