Lexikon der E-Mobilität

Lexikon der E-Mobilität

Die wichtigsten Begriffe rund ums Laden von E-Autos und Dienstwagen – wir erklären für HR- und Flottenverantwortliche alle relevanten Fachwörter und Abkürzungen der E-Mobilität von AC-Laden bis Wallbox.

A

AC-Laden 🔗

Von AC-Laden spricht man, wenn das Elektroauto mit Wechselstrom geladen wird. Hier muss das On-Board-AC-Ladegerät des Fahrzeugs den Wechselstrom zunächst in Gleichstrom umwandeln. Je nach verbautem Ladegerät kann die AC-Ladeleistung variieren.

AC-Ladestationen kommen meist zuhause oder an halböffentlichen Ladepunkten zum Einsatz. Gemeint sind dabei in der Regel Wallboxen.

B

Batteriemanagementsystem (BMS) 🔗

Das Batteriemanagementsystem ist das "Gehirn" der Hochvoltbatterie eines Elektroautos. Es überwacht die Zustände der Zellen während der Fahrt und beim Laden.

Ein smartes Batteriemanagementsystem kommuniziert während des Ladens mit der Wallbox oder der Ladesäule, um möglichst schonendes Laden zu gwährleisten und das Aufladen automatisch zu steuern. Das BMS achtet auf die Temperatur der Batteriezellen und verhindert eine Tiefentladung oder Überladung der Batterie.

BEV (Battery Electric Vehicle) 🔗

Vollelektrisches Fahrzeug ohne Verbrennungsmotor. Relevanz fürs Heimladen: planbare Ladevorgänge, oft nachts.

Betriebsvereinbarung Heimladen 🔗

Regelt unternehmensweit Zuständigkeiten, Erstattungsmodell, Nachweise und ggf. Rückbau von Wallboxen.

Blockiergebühr 🔗

Eine Blockiergebühr ist ein Zusatzentgelt, das Ladesäulenbetreiber erheben, wenn ein Elektrofahrzeug eine öffentliche Ladesäule über eine definierte Zeitgrenze hinaus belegt. Sie fällt meist nach einer bestimmten Dauer (z. B. 4 Stunden beim Normalladen oder 60 Minuten beim Schnellladen) an, unabhängig davon, ob noch Strom fließt. Ziel ist es, Dauerparken zu verhindern und die Ladeinfrastruktur für andere Nutzer freizuhalten. Für Unternehmen stellen diese Gebühren vermeidbare Kosten dar, über die Dienstwagenfahrer aufgeklärt werden sollten..

C

Car Policy (Heimladen) 🔗

Abschnitt der Car Policy, der Heimladen regelt: Technik-Anforderungen, Pauschale vs. kWh-genau, Nachweise, Eigentum der Wallbox.

CPO - Charge Point Operator 🔗

Der Ladestationsbetreiber oder CPO (Charge Point Operator) ist für die technische Instandhaltung, die Stromversorgung und den Zugang zur Ladeinfrastruktur, die er bereitstellt, verantwortlich. Die Authentifizierung und Bezahlung an einer Ladesäule erfolgt über einen Mobility Service Provider (MSP), der auch als Roaming-Anbieter bezeichnet wird. Ein CPO kann aber auch gleichzeitig MSP sein.

D

DC-Laden 🔗

Von DC-Laden spricht man, wenn das Elektroauto mit Gleichstrom geladen wird. Beim Laden mit Gleichstrom wird der Strom direkt in die Batterie geladen. Der Gleichrichter ist in der Ladestation bzw. Ladesäule verbaut. Diese sogenannten Schnellladestationen ermöglichen hohe Ladeleistungen. Für private Haushalte unüblich, da teurer und aufwändiger.

Dienstwagenüberlassung 🔗

Regelt, ob Privatnutzung zulässig ist. Relevanz: Ohne Privatnutzung ist Heimladen oft geringer.

Durchleitungsmodell 🔗

Das Durchleitungsmodell ermöglicht es, Ladevorgänge an öffentlichen und halböffentlichen Ladesäulen dem Stromversorger des E-Autofahrers zuzuordnen. Die Abrechnung der Ladekosten erfolgt dabei über den Stromvertrag des Autofahrers, unabhängig davon, wer die Ladesäule betreibt. Möglich machen das die von der Bundesnetzagentur erlassenen Netzzugangsregeln Elektromobilität (NZR-EMob).

Dynamischer Stromtarif 🔗

Bei einem dynamischen Stromtarif für E-Autos passt sich der Strompreis stündlich an die Börsenstrompreise an. Das kann zu erheblichen Einsparungen führen, wenn man das Laden in günstige Zeiten, z.B. nachts oder mittags, verschiebt. Dynamische Stromtarife erfordern einen intelligenten Zähler (Smart Meter) und eine steuerbare Wallbox, um automatisch zu laden, wenn der Strompreis am niedrigsten ist.

E

Eichrecht / MessEG 🔗

Rechtsrahmen für Messgeräte. Für private Heiminstallationen gelten andere Anforderungen als im öffentlichen Laden. Details mit Steuer- und Rechtsberatung abstimmen.

Verwandt: MID-Zähler

Eichrechtskonformität 🔗

Eichrechtskonformität bedeutet, dass ein Messgerät (z.B. E-Ladesäule, Wallbox) den strengen Anforderungen des deutschen Mess- und Eichgesetzes (MessEG) entspricht, um eine exakte, manipulationssichere und nachvollziehbare Abrechnung der Strommengen bzw. Ladekosten zu gewährleisten. Eichrechtskonformität ist erforderlich bei einer Abrechnung gegenüber Dritten (z.B. Mieter, Mitarbeiter) und an halböffentlichen Ladesäulen (z.B. Firmenparkplatz) sowie an öffentlichen Stationen.

Eigentum an der Wallbox 🔗

Gehört die Wallbox dem Unternehmen oder der Person? In der Policy klar regeln, inkl. Rückbau und Kostenübernahme.

G

Geeichter Stromzähler 🔗

AC- und DC-Ladesäulen müssen nach den strengen Anforderungen des Eichrechts abrechnen, gemäß der Richtlinie 2014/94/EU des Europäischen Parlamentes über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, wenn es sich um eine öffentlich zugängliche Ladesäule, wie z.B. am Unternehmensstandort, an Hotels und Restaurants oder in einer WEG (Eigentümergemeinschaft), handelt.

Dafür müssen die Stromzähler geeicht sein, die für die Abrechnung des Stromverbrauchs genutzt werden. MID (Measurement Instruments Directive; Messgeräterichtlinie) ist eine europäische Richtlinie für Stromzähler. MID konforme Zähler müssen vor der Inbetriebnahme nicht geeicht werden.

H

Haushaltssteckdose (Schuko) 🔗

Notlösung mit geringer Leistung. Für regelmäßiges Laden wird eine Wallbox empfohlen.

Heimladelösung 🔗

Prozess und Tools zur digitalen Erfassung, Prüfung und Erstattung von Heimladekosten.

I

Intelligente Ladestation 🔗

Intelligente Ladestationen sind mit einer Kommunikationseinheit ausgestattet, die es ermöglicht, den Ladevorgang zu steuern (Controlled Charging) bzw. zu überwachen (Abrechnung etc.). Eine solche Ladestation lässt sich u.a. in das eigene Smart Home System integrieren, mit einer PV-Anlage verbinden oder Dienste, wie den Abrechnungsservice nutzen. Aktuell stehen folgende Kommunikationsschnittstellen zur Verfügung: GSM, Ethernet, WLAN und serielle Schnittstellen wie RS485.

IP Schutzklasse 🔗

IP steht für "Internal Protection" und ist eine sogenannte Schutzklasse, die angibt, unter welchen Umgebungsbedingungen die Ladestation eingesetzt werden darf. Die meisten Ladestationen bzw. Wallboxen sind für den Außenbereich geeignet. IP Schutzklassen werden mit einer Zahl aus zwei Ziffern geführt. Die erste Ziffer gibt an, inwiefern die Ladestation vor Fremdkörpern bzw. Berührungen (z.B. mit dem Werkzeug) geschützt ist, die zweite Ziffer bezieht sich auf den Wasserschutz.

K

kWh-genaue Erstattung 🔗

Erstattung auf Basis gemessener kWh und Strompreis. Benötigt belastbaren Zähler (MID-Unterzähler oder Smart Meter) und Nachweise.

Jetzt moderne Mitarbeiterbenefits bieten!

Mit einem Mobilitätsbudget die Mobilitätsbedürfnisse aller Arbeitsmodelle flexibel abdecken und Kosten sparen.

Beratung buchen

Lexikon der E-Mobilität

L

Ladeleistung 🔗

Maximale kW der Heimladeeinrichtung. Üblich: 11 kW. Beeinflusst Ladedauer, nicht das Erstattungsmodell.

Lastmanagement 🔗

Steuert Ladeleistung in Abhängigkeit von Hauslast, Tarifzeiten oder PV-Erzeugung.

LS-Schalter (auch Leistungsschutzschalter) 🔗

Ein Leitungsschutzschalter sorgt dafür, dass nur so viel Strom auf der Leitung fließt, wie die Elektroinstallation erlaubt. Wird mehr Strom als zulässig entnommen, löst der Leitungsschutzschalter aus (die Sicherung fliegt).

M

MID-Zähler (Unterzähler) 🔗

Messgerät nach MID-Richtlinie zur kWh-Erfassung. Häufige Basis für kWh-genaue Erstattung.

Verwandt: Eichrecht, Smart Meter

Mess- und Eichgesetz (MessEG) 🔗

Gesetzlicher Rahmen für Messgeräte. Für Heimladen intern klare Nachweisregeln definieren.

N

Nachweispflicht 🔗

Welche Belege gelten? Z. B. Zählerstand, Foto, Strompreisnachweis, automatisch erzeugter Report.

Nebenkostenabrechnung (Strom) 🔗

Kann als Nachweis für Tarif und Preis dienen, ersetzt aber nicht die kWh-Erfassung.

P

Pauschale Erstattung 🔗

Arbeitgeber hatten bis zum 31. Dezember 2025 die Möglichkeit, Heimladekosten für E-Dienstwagen über eine monatliche Ladepauschale steuerfrei zu erstatten, ohne dass ein technischer Nachweis erforderlich war. Abhängig von Fahrzeugtyp und Lademöglichkeit betrug die Pauschale monatlich zwischen 15 und 70 €. In Folge einer neuen Regelung des Bundesfinanzministeriums sind die Pauschalen seit dem 1. Januar 2026 nicht mehr anwendbar. Künftig ist nur noch die Erstattung der tatsächlich verbrauchten Strommengen möglich.

Siehe: kWh-genaue Erstattung

PV-Überschussladen 🔗

Laden mit selbst erzeugtem Solarstrom. In der Policy regeln, wie der Preis angesetzt wird (z. B. Opportunitätskosten, Arbeitspreis).

R

Range Extender 🔗

Ein Range Extender (Reichweitenverlängerer) ist ein im Elektrofahrzeug zusätzlich verbauter kleiner Verbrennungsmotor. Bei niedrigem Akkustand springt dieser Motor an und versorgt den Akku wie ein Generator mit Strom. Im Gegensatz zum Plug-in-Hybrid treibt der Range Extender die Räder in der Regel nicht direkt an. Aufgrund der gestiegenen Batteriekapazitäten moderner E-Autos wird diese Technologie bei neuen Modellen heute nur noch selten verbaut.

Richtlinie Heimladen (interne Policy) 🔗

Dokumentiert das Verfahren: Technik, Eigentum, Nachweise, Erstattung, Sonderfälle, Rückbau.

Rückbau Wallbox 🔗

Regelt, wer Ausbau und Wiederherstellung bei Auszug/Jobwechsel trägt.

S

Schnittstelle Payroll 🔗

Technische Übergabe der Erstattungsdaten an Lohn & Gehalt. Ziel: Keine manuellen Schritte.

Smart Meter 🔗

Digitaler Stromzähler mit Kommunikationsschnittstelle. Kann die kWh-Erfassung vereinfachen.

Strompreis (Haushalt) 🔗

Relevanter Arbeitspreis je kWh samt Grundpreis-Anteil. In der Policy definieren, welcher Preis angesetzt wird.

Unsicher, wie du die betriebliche Mobilitätsstrategie organisieren sollst?

Die Organisation der Mitarbeitermobilität kann herausfordernd sein. Wir sind der verlässliche Mobilitätspartner für Unternehmen wie persona service, Lufthansa, Flink, HelloFresh - mit 1000en von Nutzer:innen jeden Tag.

Beratung buchen

Lexikon der E-Mobilität

T

Tarifzeiten (HT/NT) 🔗

Hoch- und Niedertarif. Relevant, wenn Nachtstromtarife gelten oder dynamische Preise genutzt werden.

U

Unterzähler 🔗

Separater Zähler für die Ladeeinrichtung. Häufig als MID-Zähler umgesetzt.

V

V2G - Vehicle-to-Grid 🔗

„Vehicle to Grid“ bedeutet, dass das E-Auto als temporärer Batteriespeicher einspringt. Dabei gibt die Fahrzeugbatterie die gespeicherte Energie zu Zeiten erhöhten Energiebedarfs wieder ans Stromnetz zurück.

Versteuerung / geldwerter Vorteil 🔗

Steuerliche Behandlung von Heimlade-Erstattungen hängt vom Setup ab. Bitte mit Steuerberatung klären.

Verbrauchsmessung 🔗

Wie werden kWh erfasst? Optionen: Smart Meter, MID-Unterzähler, Wallbox-Zähler.

W

Wallbox 🔗

Fest installierte Heimladeeinrichtung. Themen: Leistung, Lastmanagement, Zähler, Eigentum und Rückbau.

Z

Zahlungslauf (Payroll) 🔗

Auszahlung der Erstattungen im Rahmen der Lohnabrechnung.

Zählerstandsmeldung 🔗

Monatliche Meldung der kWh bzw. des Zählerstands, idealerweise automatisiert und mit Nachweis.

NEU! Split-Pay: NAVIT bietet Lösungen für alle Deutschlandjobticket-Modelle

Nahtlose Split-Zahlungen ermöglichen es den Unternehmen, das Ticket weiterhin steuerfrei über den 50€ Sachbezug und den ÖPNV-Zuschuss anzubieten.

Mehr erfahren
Stefan Wendering
Stefan ist Freelance Autor und Redakteur bei NAVIT. Zuvor arbeitete er bereits für Start-ups und im Mobilitätskosmos. Er ist ein Experte für urbane und nachhaltige Mobilität, Mitarbeiter-Benefits und New Work. Neben Blog-Inhalten erstellt er auch Marketingmaterialien, Taglines & Content für Websites und Fallstudien.

Weitere Mobilitätsthemen